Imkern auf Augenhöhe

In über 50 Millionen Jahren haben die Honigbienen gezeigt, daß sie den Herausforderungen der Evolution gewachsen sind. Sie haben sich bis heute gegen eine Vielzahl von Feinden, Krankheiten und Bedrohungen behauptet. Die Bienen wissen in der Regel was sie brauchen und was zu tun ist. Sie sind flexibel, anpassungsfähig und in der Lage Problemlösungen zu finden. Die Evolution ist der Beweis. Als Imker sollten wir deshalb ihren Fähigkeiten mehr vertrauen und ihnen mit Respekt und Achtung …auf Augenhöhe…gegenüber treten, anstatt sie mit imkerlichen Maßnahmen zu „verbiegen“. Wir können viel von ihnen lernen. Meiner Erfahrung nach treffen die Bienen im Zweifelsfall oftmals die besseren Entscheidungen.

Ich verstehe meine imkerliche Rolle deshalb als Unterstützer, als Helfer, der eingreift, wenn die Bienen mal Hilfe brauchen oder etwas aus dem Ruder läuft. Ansonsten lasse ich die Bienen meistens einfach machen. Jeder Eingriff bedeutet Stress für die Bienen und schwächt das Volk. Ich versuche deshalb die Anzahl der Eingriffe in die Beute auf ein Minimum zu reduzieren. Den Zustand eines Bienenvolkes kann man in der Regel durch Flugloch-Beobachtung und ggf. Vergleich mit anderen Völkern gut einschätzen. Die Beuten werden deshalb nur für absolut notwendige Arbeiten geöffnet.