
Über mich
Über mich
Ich imkere seit 2021, das Interesse an den Bienen besteht aber schon etwas länger. Angefangen hat alles mit einem Buch über das Imkern mit der Bienenkiste, das mir meine Frau irgendwann mal geschenkt hat. Trotz dem ich mich sehr darüber gefreut hatte, stand es jahrelang ungelesen im Regal. Für eine längere Bahnfahrt hatte ich es mir dann eingepackt um die Zeit ein wenig zu verkürzen. Schon nach wenigen Seiten haben mich die Honigbienen und die Bienenhaltung so fasziniert, daß ich beschloss selber zu Imkern. Weitere Bücher folgten, das theoretische Wissen wuchs. Doch bevor ich selber die Verantwortung für ein Volk übernehmen wollte, brauchte ich zumindest ein bißchen praktische Erfahrung. Außerdem mußte noch die Frage nach der Beute geklärt werden.
Für einen Imkerkurs in einem Verein war es schon zu spät im Jahr, aber ich konnte noch bei einem Kurs an der Volkshochschule in Holzminden einsteigen. Voller Euphorie und Freude fuhr ich zu meinem ersten Kurstag, mußte dann aber schnell feststellen, daß es hier bei allem hauptsächlich um die Erzielung möglichst großer Honigmengen und Erträge ging. Die Bienenvölker waren eigentlich nur Produktionsmittel. Das erinnerte mich schon sehr an die moderne Massen-Tierhaltung und hatte nichts mit dem Imkern zu tun, wie ich es mir, vielleicht etwas blauäugig, vorgestellt hatte. Nach 3 Kurstagen brach ich ab und für mich war klar, entweder es gibt eine bienenfreundlichere Alternative oder das Thema Imkern hat sich erledigt!

Bei meiner Suche im Internet stieß ich dann u.a. auf Mellifera e.V. und den Begriff „wesensgemäße Bienenhaltung“. Das was ich dazu las, war zumindest von der Theorie her, nah an dem, wie ich mir das Imkern vorgestellt hatte. Also beschloss ich das Thema weiter zu verfolgen und buchte über Mellifera einen Imkerkurs „Mit den Bienen durchs Jahr“ beim Demeter-Imker Michael Reiter.
Bis zum Kursbeginn dauerte es noch, ich las sehr viel, das Thema Beute war ja noch zu klären. Von der Bienenkiste war ich inzwischen wieder abgerückt, einige Imker hatten mir im persönlichen Gespräch aufgrund der schlechten Einsehbarkeit und des Handlings davon abgeraten. DN1,5 war zwischenzeitlich ein Thema, doch dann stieß ich auf Ferdinand Gerstung (1860-1925), bzw. sein Buch „Der Bien und seine Zucht“. Schwer zu lesen, aufgrund der Schrift und der alten Sprache, aber inhaltlich sehr beindruckend. Neben dem Einfluss des Futtersaftes bzw. eines Eiweiß- oder Kohlenhydrate-Überschusses auf das Verhalten des Biens, beschreibt Ferdinand Gerstung auch seine Beute, die Thüringer Ständerbeute. Er erläutert und begründet die Konstruktion und deren Einfluss auf den Bien in seinem Buch sehr detailliert und überzeugend. Für mich stand nun fest: Es wird die Gerstung-Beute! Doch woher nehmen? Fertig zu kaufen gab es die nicht, mußte ich feststellen. Da ich gerne mit Holz arbeite, beschloß ich die Beuten selber zu bauen. Über Informationen aus dem Buch und Bildern und Maßblättern, die ich im Internet fand, begann ich die Beute zu konstruieren und anschließend zu bauen. Nach einigen Monaten, viel Kopfzerbrechen, Arbeit und Schweiß standen dann zwei wunderschöne, doppelwandig-isolierte Gerstung-Beuten vor mir. Es konnte losgehen.
Inzwischen hatte auch der Kurs bei Michael Reiter begonnen. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die ersten Kurstage leider online statt. Trotzdem, der Kurs war fantastisch. Im Mittelpunkt stand das Wesen „Bien“, sein Charakter, seine Entwicklung, wie man seine Verhaltensweisen interpretieren kann und was es braucht, damit es den Bienen gut geht. Michael hat dabei sehr weit ausgeholt und zum Beispiel auch erklärt, daß und warum gesunde Böden eng mit dem Bienenwohl zusammenhängen. Natürlich wurden auch die erforderlichen Imker-Praktiken erklärt, aber eben die bienenfreundliche bzw. wesensgemäße Art. Der Kurs hat mich sehr geprägt, was meine Art der Bienenhaltung angeht. Ich bin Michael sehr dankbar dafür, dass ich bei ihm lernen durfte.
Von Michael bekam ich dann auch meine ersten Bienenvölker, zwei Schwärme. Obwohl es eigentlich nicht schlecht lief, zeigten mir die Bienen sehr schnell, daß mein bisher erworbenes, begrenztes Wissen nicht ausreichend war. Immer wieder kam es zu Verhaltensweisen, deren Bedeutung ich nicht interpretieren konnte. Ich verbrachte sehr viel Zeit mit Flugloch-Beobachtung und beschloß im kommenden Jahr einen weiteren Imkerkurs zu besuchen, um die aufkommenden Fragen zu klären.
Diesmal ging es zu Jürgen Weiler nach Hannover. Auch dieser Kurs brachte mich deutlich weiter, aber auf eine andere Art und Weise. Neben der Klärung vieler akuter Fragen, hat uns Jürgen u.a. eine andere, pragmatische Sichtweise auf den Bien mit entsprechenden Lösungsansätzen für viele Situationen beigebracht. Auch er hat damit großen Einfluß auf die Art und Weise meiner Bienenhaltung genommen. Dafür bin ich Ihm sehr dankbar.
In 2023 habe ich dann bei Sabine Bergmann, in ihrem Klotzbeutenkurs in Hamborn, meine erste Klotzbeute angefertigt. Das waren sehr anstrengende Tage vor Ort, die ich aber nicht missen möchte. Eine tolle Erfahrung mit sehr interessanten und engagierten Menschen und am Ende stand, mit ein paar Restarbeiten zu Hause, eine wunderschöne Klotzbeute vor mir. Die Klotzbeute steht seit 2024 in einem kleinen Wäldchen und wurde dort eigenständig von einem Schwarm bezogen.

Momentan halte ich Honigbienen in 8 Gerstungbeuten und einer Klotzbeute. Weitere Klotzbeuten sind geplant.
Neben der Imkerei liegt mir noch die Schaffung von Blühflächen sehr am Herzen. Hier unterstütze ich seit 2023 das „Netzwerk Blühende Landschaften“ (NBL), eine weitere Sparte von Mellifera E.V., als Referent und Ansprechpartner.
