Die Natur zum Vorbild nehmen

Eine bienenfreundliche oder wesensgemäße Bienenhaltung muss sich an der natürlichen Lebensweise der Honigbienen orientieren. Der amerikanische Wissenschaftler Professor Dr. Thomas D. Seeley hat hierzu beeindruckende Untersuchungen durchgeführt. In seinen Büchern beschreibt er u.a. die natürliche Lebensweise und vergleicht sie mit der Bienenhaltung in imkerlicher Obhut. Anhand diverser Einflussfaktoren, wie z.B. Beutenstandort, Beutenvolumem, Beutendämmung, Fluglochgröße, Fluglochhöhe über dem Boden, Fluglochausrichtung, Entfernung zwischen Völkern, aber auch dem Vermehrungsprozeß und dem Drohnenanteil im Volk, geht er auf die Unterschiede ein, erläutert die Auswirkungen und Konsequenzen für die Bienen und gibt Empfehlungen. Ich kann die Lektüre seiner Bücher nur empfehlen.

Jede Abweichung von der natürlichen Lebensweise stellt für die Bienen eine Belastung dar, mehr oder weniger. Dem gegenüber stehen die Bedürfnisse und Interessen des Imkers, wie einfaches Arbeiten, gute Zugänglichkeit, detaillierte Informationen über den Zustand des Biens und natürlich ein Honigertrag. Eine wesensgemäße Imkerei stellt für mich deshalb einen Kompromiss dar, bei dem möglichst viele Aspekte der natürlichen Lebensweise in die Bienenhaltung einfließen und die Eingriffe und Belastungen durch den Imker auf das Notwendige reduziert sind. Wie weit man das treibt, hängt vom Imker ab.

Ich versuche bei meiner Art der Bienenhaltung möglichst viele Aspekte der natürlichen Lebensweise der Honigbienen einfließen zu lassen, auch wenn dadurch der Aufwand für mich höher ist. Dies betrifft die Behausung, den Lebensbereich und den Umgang mit den Bienen.